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Evotec: 2020 wird ein starkes Jahr

Jahresendspurt bei Evotec! Werner Lanthaler, CEO des M- und TecDAX Unternehmens, will noch in 2019 seine Aktionäre mit guten Nachrichten verwöhnen. Zunächst wird Evotec Zahlen für Q3 verkünden. „Nach einem starken 1. Halbjahr waren die Monate Juli bis September ebenfalls sehr gut. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Quartal“, sagt Lanthaler im Gespräch mit der Vorstandswoche. Zudem erwartet der Österreicher den Start von ein oder zwei Substanzen in der klinischen Phase I.

Bis Jahresende ist es das Ziel, noch weitere Partnerschaften zu verkünden. Ob es sich dabei um einen neuen Partner handelt oder Evotec eine Partnerschaft mit einem bestehenden Biotech- und Pharmaunternehmen ausbaut, wollte Lanthaler nicht verraten. „Mir ist es fast lieber, wir bauen Allianzen mit bestehenden Partnern aus. Das ist uns in der Vergangenheit gut gelungen.“ Noch in 2019 will der Vorstand eine Entscheidung treffen, ob die zugekaufte und heutige Just – Evotec Biologics in den USA eine Produktionseinheit für den Herstellungsprozess für die klinische und kommerzielle Produktion von Biologika bilden soll. Das würde eine Investition von über 80 Mio. US-Dollar auslösen. „Das Geld für ein solches Investment haben wir, mit über 250 Mio. Euro Cash-Bestand, im Hause. Es wäre eine sehr lohnenswerte Investition, weil wir dann unser mittelfristiges Wachstum deutlich beschleunigen können“, erklärt Lanthaler. Ideal wäre, dass für dieses Vorhaben Partner mit ins Boot kommen, welche die Produktion früh mit Leben füllen. Vergleichbar mit der österreichischen AT&S, die ein zusätzliches Werk in China gebaut hat, um für Intel die IC Substrate zu liefern. Gelingt das Vorhaben, entwickelt sich Evotec auch im stark wachsenden Segment von Antikörpern zu einer strategischen Plattform in der Industrie. 

 

Für das Jahr 2019 erwartet Lanthaler ein Umsatzplus von mindestens 15 % und ein Wachstum beim bereinigten EBITDA von mindestens 10 %. Eine weitere Anhebung der Prognose könnte nur kommen, wenn es mit den Meilensteinen im Q4 außerordentlich gut läuft. „Wir stehen voll zu unserer Prognose, die wir ja zum Halbjahr ordentlich angehoben hatten.“ Evotec wird in 2019 somit einen Umsatz von mindestens 420 Mio. Euro einfahren und ein bereinigtes EBITDA von über 100 Mio. Euro. Läuft Q4 allerdings stark bei Meilensteinzahlungen, könnte sogar ein EBITDA von über 110 Mio. Euro drin sein. „Wenn wir in 2019 ein EBITDA von mehr als 100 Mio. Euro erreichen, können wir sehr stolz sein. Wir haben in diesem Jahr unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung gegenüber 2018 fast verdoppelt und sind trotzdem hoch profitabel mit einem guten Cashflow. Das gibt’s nicht so oft in unserer Branche“, sagt der CEO. 

 

Mit Blick auf das Jahr 2020 zeigt sich der Firmenchef optimistisch. „Ich freue mich sehr auf das nächste Jahr. Evotec wird wesentliche Fortschritte machen und in der Partnerpipeline stark vorankommen. Wir werden die Schlagzahl an News aus dieser Pipeline massiv erhöhen.“ Bayer könnte beispielsweise in mindestens einer Indikation bei chronischem Husten den Start der klinischen Phase III verkünden. Bei Endometriosis könnten erste Daten aus der Phase II folgen. Boehringer Ingelheim dürfte bei Evotec-Partnerprogrammen in der Phase II starten. Zudem werden weitere Substanzen aus der Präklinik in die Phase I überführt. Insgesamt besteht die Partner-Pipeline von Evotec aus mehr als 100 Programmen. Insgesamt ist das Unternehmen bei den eigenen Kapazitäten voll ausgelastet. „Wir werden in 2020 die Kapazitäten erweitern und über 300 Top-Wissenschaftler rekrutieren. Die Nachfrage ist unverändert sehr groß. Zudem profitieren wir davon, dass viele Firmen ihre Forschungsaktivitäten in Asien reduzieren und wieder mehr nach Europa und USA verlagern. Das ist für uns natürlich wunderbar.“ Die Ausgangsbasis für 2020 könnte in der Summe nicht besser sein. 

 

Ein wenig erschöpfend ist, zumindest am Kapitalmarkt, der „Dauerbrenner“ Sanofi. Sie wissen, dass ab Mai 2020 anteilig Subventionen durch Sanofi für den Standort Toulouse entfallen. Volumen: 20 Mio. Euro beim Umsatz und auch beim EBITDA. „Der Standort Toulouse wird auch ohne diese Subvention profitabel weiterwachsen. Unsere Zusammenarbeit mit Sanofi entwickelt sich sehr gut, und wir arbeiten an vielen Projekten zusammen. Natürlich wird es eine gewisse Herausforderung werden, dass wir das Auslaufen der Subvention kompensieren. Beim Umsatz mache ich mir da wenig Sorgen. Beim EBITDA ist es zumindest mein Ziel. Wir könnten natürlich um diesen Betrag den Aufwand für Forschung und Entwicklung reduzieren. Dann wäre das Thema erledigt. Das ist aber Unsinn, und so ticken wir nicht. Wir werden auch in 2020 mehr als 40 Mio. Euro investieren und liegen damit mindestens auf dem Niveau des Jahres 2019.“ Im Ergebnis gehen wir davon aus, dass Evotec in 2020 ein Wachstum von 5 bis 10 % zeigt und ein bereinigtes EBITDA über 100 Euro erzielt – also das Ertragsniveau des laufenden Jahres. 

 

Vorstandswoche-Dauerfavorit Evotec ist weiter kaufenswert. Die Aktie ist im Visier von hartnäckigen Leerverkäufern. Aktuell spekulieren mindestens 8 unterschiedliche Adressen auf fallende Kurse bei Evotec. Rund 10 % des Aktienkapitals sind aktuell „leer“ verkauft. Uns stören Shortseller nicht wirklich. Es macht zwar alles volatiler, aber der Leerverkäufer ist der logische Käufer einer Aktie. Mit starken News kann diese Gruppe auch einmal gut gegrillt werden.